Neue Vorschriften 2026 für Ihre personalisierten Etiketten
Kennzeichnungsrecht 2026: Was sich in Frankreich und Europa ändert (und was Sie prüfen sollten)
Aktualisiert am · Lesezeit 6–9 Min
2026 ist bei der Kennzeichnung keine „normale“ Übergangsjahr: Anti-Greenwashing-Regeln, Änderungen für bestimmte Lebensmittel und ein neues EU-Rahmenwerk für Verpackungen kommen zusammen. Das kann schnell unübersichtlich werden.
Hier geben wir Ihnen einen klaren, sachlichen und praxisorientierten Überblick, damit Ihre Etiketten konform, sauber und druckbereit bleiben.
1) Anti-Greenwashing: Änderungen ab September 2026
Ab dem 27. September 2026 werden die EU-Regeln deutlich strenger bei Umweltaussagen und „nachhaltigen“ Labels. Vage, allgemeine oder nicht belegte Versprechen werden zu einem echten Risiko.
Was das für Ihre Etiketten bedeutet
- Vage Aussagen vermeiden wie „ökologisch“, „planetenschonend“, „grün“, „nachhaltig“, wenn das nicht klar definiert und nachweisbar ist.
- Bei Labels genau hinsehen: Ein Label sollte definierte Kriterien haben und von einer unabhängigen Stelle zertifiziert sein – sonst kann es als irreführend gelten.
- Piktogramme prüfen: Ein „grünes“ Symbol oder ein Blatt plus Slogan kann als Umweltaussage interpretiert werden.
Pragmatischer Tipp: Wenn Sie einen Umweltvorteil kommunizieren möchten, bereiten Sie lieber konkrete Nachweise und präzise Formulierungen vor (Material, Prozess, Umfang), statt allgemeiner Versprechen.
2) „Breakfast Directives“: neue Regeln ab Juni 2026
Ein Paket europäischer Texte ändert die Vermarktungs- und Kennzeichnungsregeln für mehrere „Frühstücks“-Produkte. Die wichtigsten Umstellungen treten im Juni 2026 in Kraft.
Honig: deutlich mehr Transparenz zur Herkunft (auch bei Mischungen)
Für Honig werden Herkunftsangaben präziser – insbesondere bei Mischungen aus mehreren Ländern. Ziel ist, dass Verbraucher die Ursprungsländer besser verstehen.
Konfitüren: Anpassungen bei Bezeichnungen und Mindestfruchtanteilen
Bei Konfitüren und ähnlichen Produkten können Definitionen, Rezeptschwellen und zulässige Bezeichnungen angepasst werden. Prüfen Sie Ihre Produktnamen und Rezepturen.
Säfte: Kategorien, Bezeichnungen und zulässige Wortwahl
Auch bei Säften können Kategorien und Bezeichnungen präzisiert werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Wording mit der passenden Kategorie übereinstimmt.
Milch / Kondensmilch / Milchpulver: technische Anpassungen und Bezeichnungen
Für Milchprodukte können technische Definitionen und zulässige Bezeichnungen weiterentwickelt werden. Prüfen Sie ggf. die Nomenklatur Ihrer Produkte.
3) Verpackungen: PPWR gilt ab August 2026
Die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) ist ein grundlegender Text. Erste Anwendungstermine liegen im August 2026, viele Auswirkungen sind aber schrittweise.
Warum das für Ihre Etiketten wichtig ist
- Etiketten sind Teil des Verpackungssystems: Materialkombinationen, Recyclingfähigkeit und Markierungen können betroffen sein.
- Planen Sie frühzeitig mit Ihren Verpackungslieferanten, damit Etikett + Behälter zusammen konform bleiben.
4) Frankreich: neue REP-Filière „professionelle Verpackungen“ ab 1. Januar 2026
In Frankreich kommt eine wichtige Ergänzung der erweiterten Produzentenverantwortung (REP) hinzu: Eine neue Filière für professionelle Verpackungen startet am 1. Januar 2026.
Wenn Sie B2B-Verpackungen in Verkehr bringen, prüfen Sie Ihre Pflichten (Beiträge, Meldungen, Partner/Öko-Organisationen) und passen Sie Ihre Prozesse entsprechend an.
5) Checkliste 2026 (einfach und hilfreich)
Wenn Sie möchten, können wir auch einen „Etiketten-Migrationsplan“ erstellen: was Sie ändern, in welcher Reihenfolge und wie Sie Druckrisiken reduzieren.
Schritt 1 — Inventar Ihrer Etiketten
- Listen Sie Ihre Referenzen + Fotos der aktuellen Verpackungen auf
- Markieren Sie alle „grünen“ Aussagen (Labels, Slogans, Piktos, Versprechen)
- Identifizieren Sie Produkte, die unter Honig / Konfitüren / Säfte / Milch fallen
Schritt 2 — Anti-Greenwashing-Update (vor Sept. 2026)
- Entfernen oder präzisieren Sie vage Umweltaussagen
- Prüfen Sie die Legitimität der dargestellten Labels (Kriterien + unabhängige Zertifizierung)
- Bündeln Sie Ihre Nachweise (Zertifikate, Audits, Datenblätter usw.)
Schritt 3 — „Breakfast Directives“ (vor Juni 2026)
- Honig: Herkunftsländer + Prozentangaben bei Mischungen
- Konfitüren: Rezepturen + Produktbezeichnungen vs. Fruchtschwellen prüfen
- Säfte: Kategorien/Bezeichnungen/zulässige Formulierungen prüfen
Schritt 4 — Verpackungen (PPWR)
- Notieren Sie den 12. August 2026 in Ihrem Compliance-Plan
- Fragen Sie Verpackungslieferanten nach deren Konformitätsfahrplan
- Planen Sie eine „Sortierung/Recycling/Markierungen“-Überprüfung für 2026–2028
FAQ
Ändert sich 2026 alles auf einmal?
Nein. Es gibt mehrere Stichtage und Übergangsphasen. 2026 ist ein Schlüsseljahr, aber viele Effekte werden schrittweise wirksam.
Ich verkaufe nur in Frankreich – betrifft mich Europa?
Ja, denn viele Regeln sind europäisch und werden anschließend in nationales Recht umgesetzt. Und falls Sie später exportieren, ist die Konformität umso wichtiger.